Der Held der westlichen Welt
(The Playboy of the Western World)
Tragikkomödie in 3 Akten
Von John Millington Synge
aus dem Englischen von G. Kelling
Aufführungsrechte:  DREI MASKEN VERLAG  München

Eines Abends kommt in Mayo, einer Provinz im Hinterland Irlands, ein Junge an und erzählt, dass er seinen Vater erschlagen hat und auf der Flucht ist. Hier wird ihm das Wort im Mund praktisch umgedreht und Christy wird zum Dorfhelden. Der „Mörder“ wird jedoch nicht verachtet und gejagt, wie man es vermutet: „Der Mann, der seinen Vater  erschlagen hat“ wird plötzlich von den Männern bewundert und gefeiert  und von den Frauen verwöhnt und angehimmelt. Doch der „Held“ wird  schnell zum „Maulheld“ und merkt nicht, das er sich selbst etwas vorspielt.  Die Tochter des Wirtshauses, Pegeen, in dem er Schankjunge wird, verliebt sich in ihn, und die beiden planen zu heiraten. Doch als Christys Vater, den er nur niedergeschlagen und nicht getötet hat, auftaucht, zeigt sich, dass er in Wirklichkeit eher ein Versager war, jetzt aber eine Wandlung  zu einem richtigen Kerl durchmacht. Für die Dorfbewohner wird er jedoch  dadurch, dass er seinen Vater vor ihren Augen erneut niederschlägt, zu einem  Verbrecher. Zum Schluss zieht er mit seinem – nun über die Veränderung seines Sohnes glücklichen – Vater von dannen, doch das Dorf muss die Erfahrung machen, dass ihr Bild von Heldentum unvereinbar ist mit der Realität.

Synge`s  „Held der westlichen Welt“ beschreibt die Geschichte eines Mannes, der sich im Wesen ständig verändert und erst dann zu seinem eigentlichen Charakter gelangt, nachdem er mit seinem Problem, der Unterdrückung seines Vaters, auseinandergesetzt hat. Christy hat begriffen, dass wenn er etwas in seinem Leben

 verändern will, muss er selbst gegen seine Gefahr kämpfen, wie es auch in dem Stück (am Rande) aus der Geschichte Irlands nahegelegt wird: Irland hat verzweifelt versucht, sich gegen die damalige Herrschaft Englands, die Hungerkatastrophen und das allgemeine Elend, zu wehren. Der rebellische Geist blieb immer noch in den Seelen der Betroffenen, wie auch in der der Trinker in der Kneipe, und wartete auf einen Helden wie Christy, der diesen Freiheitswillen noch einmal aufleben lassen sollte.

 

 

pascom

Manfred von Linprun

Galerie Pasquay

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