Der Revisor (Revizor)

Eine Satire von Nikolaj W. Gogol
Deutsche Textfassung von Heiko Postma

„Schlage nicht den Spiegel, wenn die Nase schief steht“. Dieses Sprichwort hat Nikolaj Gogol seiner Komödie vorangestellt, in der eine ganze Stadt über die erwartete Ankunft eines Revisors in Angst und Schrecken gerät. Alle, vom Bürgermeister bis zum Richter, von der Krankenhausverwalterin bis zur Postmeisterin haben Dreck am Stecken: Sie haben bestochen und betrogen, was das Zeug hält, öffentliche Gelder in die eigene Tasche gewirtschaftet und Bilanzen gefälscht. Ein Klüngel ersten Ranges. Jetzt, vor dem Hintergrund des angekündigten Revisors, gilt es, das Gesicht zu wahren, den Schein der Seriösität aufrecht zu erhalten und wirksame Vertuschungsstrategien zu ersinnen. Als der vermeintliche Revisor tatsächlich erscheint, registriert er mit Erstaunen ein ausuferndes Buhlen um seine Person: Die Stadtelite ist auffallend eifrig bemüht, ihm jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Chlestakov, in Wahrheit ein bankrotter Arbeitsloser, fügt sich rasch in die Rolle und Identität. In grellen Farben und mit komödiantischer Verve beleuchtet Gogol die Verfassung einer zutiefst korrupten Gesellschaft, die sich im Angesicht des Ruins eingerichtet hat. Dabei wird „Der Revisor“ ganz grundsätzlich als Erkundung eines Seelenzustandes lesbar, dem die Spuren eingezeichnet sind, die der Verlust des Gemeinsinns hinterlassen hat. Es geht um „unsere seelische Stadt“ (Gogol)

 

Rechte: Deutscher Theaterverlag, Weinheim

 

 

pascom

Manfred von Linprun

Galerie Pasquay

Impressum: Peter Glotz, E-Mail: glotz.peter(at)gmx.de
Güterstraße 15, 94469 Deggendorf